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Freitag, 10. Februar 2012 - 11:28 Uhr
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Das Sterben der Erlenzeisige

Hintergrund
9. Februar 2010

Erlenzeisige sind in Bayern eher selten. Doch in diesem Winter wurden sehr viele gesichtet, die vermutlich aus Skandinavien kommend auf dem Weg in den Süden vor den Alpen Halt gemacht haben. In den letzten Wochen wurden dem Vogelschutzbund im Großraum München hunderte kranker oder toter Erlenzeisige gemeldet. Daraufhin hat der Verband einige tote Tiere in der Vogelklinik Oberschleißheim untersuchen lassen: Allesamt waren sie mit Salmonellen infiziert und sind mit hoher Wahrscheinlichkeit daran auch gestorben. Der Vogelschutzbund gibt Tipps zum richtigen Verhalten bei der Winterfütterung von Vögeln.


Ein gesunder Erlenzeisig (Foto: Frank Derer)

Das Gefieder des Vogels ist meist stark aufgeplustert. Kranke Tiere wirken matt, apathisch und schlafen sogar tagsüber. Die Vögel atmen teilweise schwer. Manche führen trockene Würgebewegungen aus, andere öffnen und schließen immer wieder den Schnabel – bis zum letzten Atemzug. Man kann ihnen nicht helfen. Denn befallene Wildvögel können nicht behandelt werden. Allerdings kann man mit folgenden fünf Sofortmaßnahmen dafür sorgen, dass künftig so wenig Vögel wie möglich infiziert werden:

  • Entfernen Sie alle Trinkgefäße im Freien und decken Sie eisfreie Stellen an Teichen zu.
  • Waschen Sie alle Trink- und Futtergefäße mit mindestens 80 Grad heißem Wasser aus, um die Keime abzutöten. Alternativ können Sie auch mit Schmierseife reinigen. Die Gefäße sollten mindestens einen Tag lang austrocknen. Säubern Sie auch den Bereich unterhalb der Futterstelle.
  • Reinigen Sie auch die Vogelnistkästen. Diese nutzen Vögel zum Übernachten und verkoten sie zuweilen.
  • Wenn Sie tote Vögel finden, werfen Sie diese möglichst bald in die Mülltonne.
  • Verwenden Sie Einmalhandschuhe, damit sich die Erreger nicht weiter ausbreiten.

Salmonellenerkrankungen werden über den Vogelkot übertragen. Und obwohl Vögel regelmäßig Träger und Ausscheider von Infektionserregern sind, sind Übertragungen auf Menschen äußerst selten. Werden die Hygienegrundsätze (Tragen von Einmalhandschuhen beim Reinigen) beachtet, besteht im Umgang mit wildlebenden Vögeln kein besonderes gesundheitliches Risiko, sagt der Vogelschutzbund.
An Futter- und Trinkstellen ist die Gefahr der Krankheitsübertragung unter den Vögeln besonders groß. Ein Futterhäuschen, bei dem viel Futter auf den Boden fallen kann oder das im Fressbereich verkotet ist, sollte man deshalb nicht mehr verwenden und austauschen. Moderne Futterhäuschen haben einen Futterspender, der nur so viel Futter abgibt, wie der Vogel frisst. Am Boden liegendes Futter wird von einigen Vögeln ebenfalls gefressen, selbst wenn es verkotet ist. Aus dem Grund sollte man regelmäßig die Futterstelle und den darunter liegenden Erdboden säubern.
Für die Fütterung empfiehlt der Vogelschutzbund:

  • Verwenden Sie für die Vogelfütterung vor allem Futtersäckchen, -glocken, -säulen und -automaten.
  • Verwenden Sie von Vogelschutzverbänden zertifiziertes Futter und füttern Sie maßvoll.
  • Verfüttern Sie keine Speise- und Brotreste und legen Äpfel nur im Ganzen aus.
  • Das Futter im Futterhaus sollte nicht nass oder feucht werden können.
  • Mehrere kleine Futterstellen sind besser als eine große.
  • Füttern Sie nur bei Dauerfrost, bei Eisregen oder geschlossener Schneedecke.
  • Stellen sie zu Beginn des Frühjahrs die Fütterung langsam ein.
  • Verzichten Sie bei warmer Witterung auf die Fütterung, weil sich dann Krankheitserreger wie Salmonellen explosionsartig vermehren.
  • Streuen Sie kein Futter auf den Boden, dort kann es sich mit Vogelkot vermischen.
  • Reinigen Sie jährlich im Spätherbst die Vogelnistkästen, um die Übertragung von Krankheitserregern wie Bakterien, Parasiten und Pilzen zu unterbrechen.

Und der Langzeit-Tipp: Legen sie einen naturnahen Garten mit heimische Pflanzen an. Er liefert den heimischen Vogelarten auch im Winter reichlich Lebensraum und Nahrung. Das sind einerseits die Früchte verschiedener Gehölze wie Eberesche, Holunder, Hartriegel, Hagebutte, Weißdorn, Schlehe, Pfaffenhütchen, Schneeball und Kornelkische. In einem naturnahen Garten leben aber auch Insekten, deren Eier und Larven in und unter der Rinde alter Bäume und in hohlen Pflanzenstängeln überwintern. Bäume und Sträucher sollten daher stets erst am Ende des Winters zurückgeschnitten werden. Altgras, Stauden, dürre Blumenstängel und Disteln sollte man ebenfalls bis Ende des Winters stehen lassen. Denn darin finden die Vögel reichlich Insektenlarven. Pflanzen, die Samen produzieren, sind bei Finken und Körnerfressern sehr beliebt, ebenso samentragende Kräuter und Gräser. Lassen Sie diese Samenstände daher ebenfalls stehen.


andere Beiträge zum Thema:
Amsel und Meise, Fink und Spatz - 26. Januar 2010
zusätzliche Informationen:
Winterfütterung: Tipps vom Vogelschutzbund
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