Emanzipation beim Lohn bleibt Hohn
Wenn Ihr Chef besonders nett lächelt, muss das nicht unbedingt an Ihrem Kleid oder Parfüm liegen. Vielleicht freut er sich einfach, dass Sie bei gleicher Arbeit fast ein Viertel weniger verdienen als Ihr männlicher Kollege.
Um 23,2 Prozent unterschied sich der Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen in Deutschland im Jahr 2008. Damit ist die Spanne seit 2006 etwas größer geworden und gereichte der Bundesrepublik immerhin zum dritten Platz. Mieser war das Verhältnis nur in Österreich (25,5 Prozent) und der tschechischen Republik (26,2 Prozent). Für Estland und die Niederlande gibt es für 2008 noch keine Zahlen. Ein Jahr zuvor lagen diese bei 30,3 Prozent und 23,6 Prozent. Das teilt das statistische Bundesamt aus Anlass des Weltfrauentags am 8. März mit.
Dieser sogenannte Gender Pay Gap, die Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern, ist allerdings mit Vorsicht zu betrachten. Denn die Zahlen sind unbereinigt, sagen also laut den Bundesstatistikern nichts über den Einkommensunterschied von Frauen und Männern mit gleichem Beruf, vergleichbarer Tätigkeit und ähnlichem äquivalentem Bildungsabschluss aus. Auch sind die aktuellen Daten Schätzungen aufgrund unterschiedlicher Quellen, denn die Daten werden nur alle vier Jahre erfasst, zuletzt 2006.
Das Land mit den europaweit geringsten Unterschieden im Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen war im Jahr 2008 übrigens Italien (4,9 Prozent). Auch Slowenien (8,5 Prozent), Rumänien, Belgien (jeweils 9,0 Prozent), Malta und Portugal (jeweils 9,2 Prozent) verzeichneten einen eher moderaten Gender Pay Gap.
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