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Mit Pauken und Trompeten

LebensArt
27. Juli 2010
von Otto Hartl

20 Jahre gibt es den St.-Bartholomäus-Chor in Moosach schon. Zum Jubiläum führten die Sänger vergangenen Samstag gemeinsam mit der Liedertafel Grafing die „Paukenmesse“ von Joseph Haydn in der Pfarrkirche in Alxing auf.


Der Moosacher Chor St. Bartholomäus mit der Liedertafel Grafing und dem Orchester mit Solisten führen Haydns „Paukenmesse“ in der Alxinger Pfarrkirche auf

Unter Leitung von Dirigentin Theresia Rothenaicher haben die Musiker und Sänger Monate lang geprobt und zusammen mit der Liedertafel Grafing die „Missa in tempore belli“, die „Messe in Zeiten des Krieges“, einstudiert. 30 Sängerinnen und 15 Sänger, ein 18-köpfiges Orchester und die vier Solisten Elisabeth Lanner (Alt), Jella Mährle (Sopran), Markus Lugmayr (Tenor) und Ewald Reich (Baß) boten dem Publikum am Samstag die Früchte ihrer Arbeit dar. Joseph Haydn hat 1796 das unter dem Namen „Paukenmesse“ besser bekannte Epos für vier Solisten, vierstimmigen Chor, Orchester und Orgel komponiert. Er wählte den lateinischen Namen „Missa in tempore belli“, um damit an den Krieg Napoleons gegen Österreich, Preußen und andere europäische Staaten zu erinnern.

Eingeleitet wurde das Jubiläumskonzert jedoch mit Mozarts „Laudate dominum“ aus „Vesperae solennes de confessore“ für Sopran, Chor, Streicher und Orgel, wobei Jella Mährle mit ihrer gereiften Sopran-Stimme sehr gut zur Wirkung kam. Ihr Solopart wurde vom vierstimmigen Chor übernommen, der den Gesang mit einem lieblichen Schlussakkord ausklingen ließ.

Die Messe „Missa in tempore belli“ folgt dem taditionellen Ablauf mit Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei. Bereits beim Kyrie zeigte der Chor seine dynamische Ausdruckskraft. Vom Fortissimo bis zum Pianissimo brachte er im Wechsel mit den Solisten seinen homogenen, weichen Klang zur Geltung. Im Benedictus verzückte Elisabeth Lanner mit ihrem Alt die Zuhörer. Das Werk endet mit dem Agnus Dei. In dem verkünden die dumpfen Paukenschläge die drohende Kriegsgefahr, der Chor fleht fast schreiend „dona nobis pacem“ („gib uns Frieden“) – ein beeindruckendes Klangerlebnis in der kleinen Pfarrkirche. „Diese Messe hat nie an Aktualität verloren“, so die Dirigentin, „finden doch zu jeder Zeit irgendwo auf der Welt kriegerische Auseinandersetzungen statt.“


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