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Klimaschutz heute für Morgen

Meinung / Leserpost
6. Februar 2008
von Erich Greiner

Die Klimaveränderung und die Ressourcen-Verknappung erfordern rasches Handeln. Maßnahmen sind auf allen Ebenen erforderlich, auch in den Kommunen. Die grüne Landratskandidatin Waltraud Gruber stellte bei einer Präsentation am 31. Januar in Markt Schwaben neueste Prognosen der Energiereserven und kommunale Handlungsschritte dar.


Kandidiert zur Landrätin: Waltraud Gruber

An unsere Kommunalpolitiker stellen wir manchmal hohe Ansprüche: Dass sie unbequeme Wahr­heiten nicht ver­schwei­­gen und konkrete Lösungs­vorschläge parat haben. Der Landrats­kandi­datin der Grünen, Waltraud Gruber, gelang bei ihrer Vorstellung in Markt Schwaben die Verbin­dung einer kritischen Bilanz mit neuen Perspektiven.

Die aktuellen Daten, die sie über die Weltvorräte an Gas, Öl und Uran vorlegte, nahmen ihren Zuhörern die letzten Illusionen über die künftigen Energie­preise. Beim Erdöl sei der Zeitpunkt der maxi­malen Förderung schon über­schritten, bei den anderen klassi­schen Energie­trägern der Rück­gang in wenigen Jahren zu erwar­ten. Das nicht mehr zu über­sehende Ende der Zeit preis­günstiger Energie erfor­dere ebenso wie der Klima­schutz rasches Handeln auf allen Ebenen, auch im kom­munalen Bereich. Verkehr und die Landwirtschaft seien ebenso betroffen wie unser Ver­­brauch von Heizwärme und Strom.

Alle Energiesparten stehen künftig unter dem Diktat der Einsparung, der Effizienzverbes­serung und dem Einsatz erneuer­barer Energie. Als Gemeinde- und Kreisrätin müsse man dem Veränderungs­druck mit Verantwortung begegnen und konkrete Maß­nahmen vor­schlagen, so Gruber: In der energetischen Sanierung des Hausbestands sieht die das aussichtsreichste Feld für Ver­bes­serungen, die sich schnell amortisieren. Es seien dabei nicht nur die Hausbesitzer selbst gefordert, sondern auch die Kommunen.

Grubers Aktionspaket „Gebäude“ zielt auf strenge Ein­haltung der Energie­einspar­ver­ord­nung bei Neubauten und eine klima­schutz­orientierte Bauleitplanung. Ökolo­gische Modell­sanierungen könn­ten Anreiz und Orientierung bieten. Bei ihren eigenen Gebäuden müssten die Gemein­den und der Kreis unter An­leitung des Energie­managers mit gutem Beispiel voran­gehen: Ältere Gebäude könnten auf Nie­­drig­energie-Standard ge­dämmt und neue gleich auf Passivhaus-Niveau gebaut werden. Viele Optimierungs­möglich­­keiten gäbe es bei den Heiz­anlagen vom Warm­wasser aus dem Sonnen­kollektor bis zur Schulung der Hausmeister für den Energie sparenden Betrieb. Beim Ersatz alter Heiz­kessel böte sich eine Reihe von Optionen mit nach­wach­senden Ener­gie­trägern. Besonders effizient sei die Technik der Kraft-Wärme-Kopplung also der Heizung mit gleichzeitiger Stromerzeugung. In Neubaugebieten dürften sich die Gemeinden nicht scheuen, mit einer Anschlusspflicht an solche Anlagen den richtigen Weg zu weisen.

Auf dem Stromsektor hebt die Landratskandidatin die Chance der Gemeinden hervor, mit eigenen Gemeindewerken selbst Ökostrom und Wärme zu produzieren, soweit er nicht von zertifizierten Anbietern eingekauft wird. Die Nutzung der Windenergie im Landkreis sei tech­nisch möglich, rentabel und deshalb längst überfällig. Erleich­tert würde die lokale Stromerzeugung, wenn die Kommunen die Stromnetze auf ihrem Gebiet wieder selbst über­nähmen.

Beim Verkehr muss, so Gruber, eine lange Mängelliste des öffentlichen Nahverkehrs bearbeitet werden. Überdimensionierte Umge­hungs­straßen seien aus Sicht des Klimaschutzes kein Ersatz für attraktive Busverbindungen und Fahrpläne. Für eine nachhaltige Mobilität bräuchten wir Taktver­dichtung der Buslinien und der Linien S2 und S4 sowie Rufbusse und Ruftaxis für den Abend und das Wochenende. Statt neuer Straßentrassen – etwa im Ebers­berger Forst und in Grafing – und teurer Ausbau­pläne (EBE 9) würde der Schutz des Rad- und Fußgänger­verkehrs den Klimaschutz viel besser beför­dern.

Erich Greiner ist Sprecher der Grünen im Ortsverband Markt Schwaben.


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