Klimaschutz heute für Morgen
Die Klimaveränderung und die Ressourcen-Verknappung erfordern rasches Handeln. Maßnahmen sind auf allen Ebenen erforderlich, auch in den Kommunen. Die grüne Landratskandidatin Waltraud Gruber stellte bei einer Präsentation am 31. Januar in Markt Schwaben neueste Prognosen der Energiereserven und kommunale Handlungsschritte dar.
An unsere Kommunalpolitiker stellen wir manchmal hohe Ansprüche: Dass sie unbequeme Wahrheiten nicht verschweigen und konkrete Lösungsvorschläge parat haben. Der Landratskandidatin der Grünen, Waltraud Gruber, gelang bei ihrer Vorstellung in Markt Schwaben die Verbindung einer kritischen Bilanz mit neuen Perspektiven.
Die aktuellen Daten, die sie über die Weltvorräte an Gas, Öl und Uran vorlegte, nahmen ihren Zuhörern die letzten Illusionen über die künftigen Energiepreise. Beim Erdöl sei der Zeitpunkt der maximalen Förderung schon überschritten, bei den anderen klassischen Energieträgern der Rückgang in wenigen Jahren zu erwarten. Das nicht mehr zu übersehende Ende der Zeit preisgünstiger Energie erfordere ebenso wie der Klimaschutz rasches Handeln auf allen Ebenen, auch im kommunalen Bereich. Verkehr und die Landwirtschaft seien ebenso betroffen wie unser Verbrauch von Heizwärme und Strom.
Alle Energiesparten stehen künftig unter dem Diktat der Einsparung, der Effizienzverbesserung und dem Einsatz erneuerbarer Energie. Als Gemeinde- und Kreisrätin müsse man dem Veränderungsdruck mit Verantwortung begegnen und konkrete Maßnahmen vorschlagen, so Gruber: In der energetischen Sanierung des Hausbestands sieht die das aussichtsreichste Feld für Verbesserungen, die sich schnell amortisieren. Es seien dabei nicht nur die Hausbesitzer selbst gefordert, sondern auch die Kommunen.
Grubers Aktionspaket „Gebäude“ zielt auf strenge Einhaltung der Energieeinsparverordnung bei Neubauten und eine klimaschutzorientierte Bauleitplanung. Ökologische Modellsanierungen könnten Anreiz und Orientierung bieten. Bei ihren eigenen Gebäuden müssten die Gemeinden und der Kreis unter Anleitung des Energiemanagers mit gutem Beispiel vorangehen: Ältere Gebäude könnten auf Niedrigenergie-Standard gedämmt und neue gleich auf Passivhaus-Niveau gebaut werden. Viele Optimierungsmöglichkeiten gäbe es bei den Heizanlagen vom Warmwasser aus dem Sonnenkollektor bis zur Schulung der Hausmeister für den Energie sparenden Betrieb. Beim Ersatz alter Heizkessel böte sich eine Reihe von Optionen mit nachwachsenden Energieträgern. Besonders effizient sei die Technik der Kraft-Wärme-Kopplung also der Heizung mit gleichzeitiger Stromerzeugung. In Neubaugebieten dürften sich die Gemeinden nicht scheuen, mit einer Anschlusspflicht an solche Anlagen den richtigen Weg zu weisen.
Auf dem Stromsektor hebt die Landratskandidatin die Chance der Gemeinden hervor, mit eigenen Gemeindewerken selbst Ökostrom und Wärme zu produzieren, soweit er nicht von zertifizierten Anbietern eingekauft wird. Die Nutzung der Windenergie im Landkreis sei technisch möglich, rentabel und deshalb längst überfällig. Erleichtert würde die lokale Stromerzeugung, wenn die Kommunen die Stromnetze auf ihrem Gebiet wieder selbst übernähmen.
Beim Verkehr muss, so Gruber, eine lange Mängelliste des öffentlichen Nahverkehrs bearbeitet werden. Überdimensionierte Umgehungsstraßen seien aus Sicht des Klimaschutzes kein Ersatz für attraktive Busverbindungen und Fahrpläne. Für eine nachhaltige Mobilität bräuchten wir Taktverdichtung der Buslinien und der Linien S2 und S4 sowie Rufbusse und Ruftaxis für den Abend und das Wochenende. Statt neuer Straßentrassen – etwa im Ebersberger Forst und in Grafing – und teurer Ausbaupläne (EBE 9) würde der Schutz des Rad- und Fußgängerverkehrs den Klimaschutz viel besser befördern.
Erich Greiner ist Sprecher der Grünen im Ortsverband Markt Schwaben.
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