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Einsturzgefährdete Brücke

Leserpost
10. September 2010
von Daniel Kalteis

Der Vaterstettener Daniel Kalteis ist stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos. Ihn ärgert die von der schwarz-gelben Regierungskoalition vereinbarte Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Sie sei ein „Milliardengeschenk an die Atomlobby“.


„Im krassen Gegensatz zu dem, was die Mehrheit der Menschen wünscht, hat die Bundesregierung sich für eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke entschlossen. Damit zeigt die massive Lobbyarbeit der großen Stromkonzerne ihre Wirkung, welche nicht einmal vor Erpressungsversuchen und fadenscheinigen Anzeigekampagnen zurückschreckte.

Daneben sind die Abgaben, welche die Atomwirtschaft zu leisten hat, eine Farce. Zeitliche Befristungen, Abschreibemöglichkeiten und unzählige Ausnahmemöglichkeiten von der Brennelementesteuer und weiteren Abgaben sind Augenwischerei. Statt den Weg für alternative Energien frei zu machen und Deutschlands Spitzenposition auf dem Weltmarkt für die Gewinnung von alternativen Energien auszubauen, wird der Branche der Boden unter den Füßen weggerissen.

Daneben ist der Konsument wieder der Leittragende. Denn selbstverständlich werden die Abgaben, welche die Atomkonzerne zu entrichten haben, an die Verbraucher weitergegeben. Verbilligten Strom durch eine Laufzeitverlängerung darf man getrost als weiteres Kapitel in das schwarz-gelbe Märchenbuch schreiben.

Ebenso ungeklärt ist, was mit dem zusätzlich anfallenden Atommüll geschehen soll. Schon jetzt wird die Sanierung von dem Endlager Asse Milliarden kosten und der Müll wohl auch Milliarden Jahre strahlen. Demgegenüber sind die zu zahlenden Beträge der Atomindustrie geradezu lächerlich. Mit diesen Beträgen will die Bundesregierung laut Wirtschaftsminister Brüderle den Haushalt konsolidieren, erneuerbare Energie fördern, Stromnetze ausbauen und wohl noch vieles mehr. Wie das mit den geringen Beträgen zu schaffen sein soll, bleibt offen. Noch dazu ist offen, ob die Kraftwerke gegen Flugzeugeinschläge usw. nachgerüstet werden und wer das zahlt. Dies bleibt wohl wieder an der Allgemeinheit hängen, da die Atomkonzerne schon mit der Brennelementesteuer belastet sind. Ich hoffe nur, dass diese sogenannte technologische Brücke niemals einstürzt.“


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