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Stellungnahme: Lässt Hingerl Poing-Süd veröden?

Meinung / Leserpost
9. Februar 2010
von Albert Hingerl

Letzten Mittwoch hat der CSU-Ortsverband Poing auf seiner Website dem SPD-Bürgermeister Albert Hingerl vorgeworfen, er kümmere sich nur um die Ortsmitte, vernachlässige aber den alten Ortskern. Hingerl habe kein Konzept, heißt es bei der CSU. Deren stellvertretender Ortsvorsitzender Andreas Stumptner behauptet: „Man hat das Gefühl, der Bürgermeister lässt Poing-Süd sehenden Auges veröden.“ Hier lesen Sie Hingerls Stellungnahme.


Bürgermeister Albert Hingerl wird von der CSU vorgeworfen, er habe kein Konzept für den alten Ortskern

„Nicht nur ich als amtierender Erster Bürgermeister, sondern der gesamte Poinger Gemeinderat befassen sich seit langem mit der Entwicklung von Poing-Süd. Hierzu wurde bereits Anfang der 90iger Jahre eine städtebauliche Untersuchung beauftragt. Diese hat empfohlen, in Poing-Süd unter anderem Teilzentren und den Bereich entlang der Hauptstraße als Wohn- und Geschäftsstraße weiter zu entwickeln. Diese Planungsziele wurden in mehreren rechtskräftigen Bebauungsplänen für die Gebiete entlang der Hauptstraße konkretisiert.

Die städtebauliche Umstrukturierung mit einer Neubebauung wurde allerdings bisher nur in einem kleinen Teilbereich verwirklicht. Hierzu ist festzustellen, dass sich sämtliche davon betroffenen Flächen nicht im Eigentum der Gemeinde Poing, sondern in Privateigentum befinden. Die Umsetzung der städtebaulichen Planungen ist deshalb nur dann möglich, wenn dies von den betreffenden Eigentümern auch gewollt ist. Die Gemeinde Poing hat leider selbst keine Handhabe, die Eigentümer zu einer Realisierung zu bewegen.

Für den Teilbereich Rathaus/ Schule/ Kirche wurde eine städtebauliche Rahmenplanung für ein neues Geschäftszentrum zur Stärkung von Alt-Poing erarbeitet, die unter anderem die Errichtung eines Einkaufsmarktes und eines Parkdecks vorgesehen hatte. Allerdings hat der davon maßgeblich betroffene Eigentümer erklärt, dass er diese Planung nicht umsetzen will. Darauf hin wurden mit den Eigentümern von Alternativstandorten in Poing-Süd Gespräche geführt, die jedoch ergeben haben, dass seitens der Eigentümer in absehbarer Zeit kein Interesse an einer derartigen Entwicklung besteht.

Unabhängig von der Frage der Bauleitplanung hat sich der Poinger Gemeinderat bereits am 8. März 2005 in einem nichtöffentlichen Workshop unter Beteiligung externer Fachleute mit der künftigen Einzelhandelssituation in Gesamt-Poing befasst. Die Ergebnisse dieses Workshops waren Gegenstand der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 2. Juni 2005, in der unter anderem für Poing-Süd verschiedene Standortalternativen für den Einzelhandel und deren Entwicklungspotentiale vorgestellt wurden.
Ferner war die gewerbliche Entwicklung und Umsetzung der Bebauungspläne entlang der Hauptstraße Gegenstand einer nicht öffentlichen interfraktionellen Sitzung des Gemeinderates am 16. Juli 2009. In dieser Sitzung wurden von Fachleuten die aktuellen Tendenzen der Entwicklungen des Einzelhandels allgemein und in Bezug auf Poing-Süd erörtert.

Im Gemeinderat bestand Einigkeit darüber, das Ziel, den Gewerbestandort in Poing-Süd eine Chance zu geben, zum jetzigen Zeitpunkt nicht aufzugeben. Allerdings kann, wie bereits ausgeführt, die Umsetzung nur in Kooperation mit den Eigentümern und potentiellen Betreibern erfolgen.

Auf meine Anregung hin hat darüber hinaus die Arbeitgemeinschaft der Bauträger „Am Bergfeld“ (ARGE) im Zusammenhang mit der Entwicklung des Baugebietes „Zauberwinkel“ die Firma Cogma, eine Agentur für Standortmarketing, beauftragt, in einer Gesamtschau Poing sowohl als Wohnort als auch als Einkaufs- und Gewerbestandort mit seinen Stärken darzustellen und ein Ortsprofil zu entwickeln. Dieses Projekt wurde in einer öffentlichen Vorstandssitzung des Poinger Gewerbeverbandes im Dezember 2009 vorgestellt. Dabei wurde vereinbart, als nächsten Schritt einen Workshop für Poing-Süd durch die Firma Cogma vorzubereiten.

Zur Thematik leer stehender Gewerbeflächen habe ich persönlich bereits vor einigen Jahren und auch aktuell einen Vorstoß unternommen, derartige Flächen vorübergehend für kulturelle Zwecke, beispielsweise Ausstellungsräume, Galerien oder ähnliches, zu nutzen, um damit zu einer Belebung beizutragen. Leider hat meinen Vorschlag keiner der betroffenen Eigentümer aufgegriffen.

Sie können versichert sein, dass ich mich auch in Zukunft weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen werde, dass die weitere Entwicklung unserer Gemeinde das gesamte Gemeindegebiet einbezieht. Allerdings sollte man erkennen, dass der Gemeinde bei der Umsetzung von Zielen und Konzepten Grenzen gesetzt sind. Alleine kann die Gemeinde Poing dies nicht realisieren. Positive Entwicklungen sind nur mit einer gemeinsamen Anstrengung aller beteiligten Kräfte, insbesondere der Grundstückeigentümer, möglich. Meine persönliche Unterstützung sichere ich allen Beteiligten wie bisher auch für die Zukunft zu.“


andere Beiträge zum Thema:
Wie politisch korrekt müssen Straßennamen sein? - 10. Dezember 2009
zusätzliche Informationen:
Lässt Hingerl Poing-Süd veröden? Artikel auf der Homepage der CSU Poing
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