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Leserbrief: Streit ums Biomasseheizwerk Glonn

Meinung / Leserpost
24. Juli 2009
von Martin Esterl

Vergangenes Jahr haben die Glonner per Bürgerentscheid für das Hackschnitzelheizwerk an der Zinneberger Straße gestimmt. Nun will eine Hauseigentümergemeinschaft den Bau gerichtlich stoppen lassen. Bürgermeister Martin Esterl ist sauer, weil ihm unter anderem die Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen wird. Dazu äußert er sich in diesem Leserbrief.


Zinneberger Straße: Hier wird das Hackschnitzelheizwerk gebaut

„Die Marktgemeinde Glonn hat sich auf den Weg gemacht, Glonn Stück für Stück unabhängig vom Heizöl zu machen. Dies zeigt sich in einem Energienutzungsplan, der demnächst dem Gemeinderat vorliegt. Darin werden auch energiepolitische Leitgedanken für die Gemeinde formuliert sein. Wichtige Schritte dabei sind Information und Hilfen für die Bürger zur Energieeinsparung sowie der Einsatz alternativer Energieträger. Vorbildlich unterstützt wird dieser Weg vom Aktionskreis Energiewende 2020 Glonn e.V.

Dazu gehört auch der Bau von zwei Holzhackschnitzelheizwerken, zum einen an der Wiesmühlstraße durch die Firma Schwaiger, zum anderen durch die MW Biomasse Glonn GmbH & Co KG an der Zinneberger Straße, der derzeit in vollem Gange ist. Mit der MW Biomasse besteht ein Erbbaurechtsvertrag, in dem unter anderem die Regionalität der Hackschnitzellieferung gesichert wird: Unsere Waldbauern sollen die Energie in Form von Schwachholz aus unseren Wäldern liefern, die Wertschöpfung soll im Lande bleiben und nicht arabischen Ölschscheichs zufließen.

Eine Hauseigentümergemeinschaft aus der Preysingstraße hat jetzt über ihr Anwaltsbüro öffentlich mächtig Druck aufgebaut und will einen Baustopp erzwingen. Dafür aber fehlt jede Rechtsgrundlage. Das Bauleitverfahren wurde mit großer Sorgfalt, vor allem im Hinblick auf mögliche Emissionen, durchgeführt. Die Angriffe gipfeln in dem Vorwurf der Veruntreuung öffentlicher Gelder gegen mich und die Mitglieder des Marktgemeinderats. Hier wird meines Erachtens eine Grenze überschritten. Diesen Vorwurf weise ich im Namen des Marktgemeinderats ganz entschieden zurück.

Wir sind uns sicher, dass wir den EU-Schwellenwert von 5,15 Millionen Euro nicht überschreiten und werden dies auch überprüfen lassen. Was mich aber sehr nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass man nicht willens ist, das demokratische Ergebnis eines Bürgerentscheids zu akzeptieren und versucht, mit allen juristischen Finessen den Bau in Glonn zu verhindern, die für die Zukunft unseres Ortes von großem Segen sein wird. Dagegen wehre ich mich als Bürgermeister im Namen der deutlichen Mehrheit des Gemeinderats und der der Bürger Glonns.“


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