Lieber ein AKW in 55 km Entfernung als 6 Windräder im Ebersberger Forst?
Das Ebersberger Bündnis für den Atomausstieg (EBA) begrüßt die breite gesellschaftliche Diskussion zum Windpark im Ebersberger Forst, weil es Information und Bewusstseinsbildung für regenerative Energien in der Bevölkerung fördern will.
Bei aller Vorsicht und Umsicht im Umgang mit neuen Technologien sollen die bekannten Fakten nicht vergessen werden: Bei einem GAU im 55 Kilometer entfernten, noch aktiven AKW Isar2 wären Leben und Heimat absolut verloren. Ein GAU würde unser Leben und unsere Natur auf einen Schlag vernichten. Windenergie ist eine der umweltfreundlichsten und kostengünstigsten (9 Cent/kWh) erneuerbaren Energieformen. Windkraftanlagen sind keine neue Erfindung ohne Erfahrungen! Ein Bau ist in Deutschland nur unter strengsten Umweltauflagen möglich. Vielerorts erprobte Vorschriften zu Lärmbelästigung und Schattenwurf schützen uns Menschen. So soll in Anzing ein Abstand zur Wohnbebauung von einem Kilometer gelten. Bereits nach sechs bis acht Monaten Betrieb hat ein Windrad die Energie erzeugt, die für Bau, Betrieb und spätere Beseitigung notwendig ist. Dagegen sind bei den Kosten für ein Atomkraftwerk der Abriss und die Endlagerung des im Betrieb erzeugten Atommülls nicht einmal eingerechnet – geschweige denn die Folgen eines möglichen GAUs. Ein Windpark am Rande des Ebersberger Forsts könnte fast zehn Prozent des Landkreisstrombedarfs decken und damit entscheidend zur Abschaltung von Isar2 vor 2022 beitragen.
Dennoch fürchten manche offenbar sechs Windräder über den Baumwipfeln mehr als ein AKW bei Landshut!? Das EBA appelliert an die Windenergiegegner im Landkreis, ihre Position zu überdenken.
600 bayerische Gemeinden haben bereits erklärt: „Wir machen mit bei der Energiewende. Wir unterstützen den Kurs der Staatsregierung. Die Gemeinden packen an beim Energiesparen und für das Ziel, den Strombedarf vornehmlich durch Anlagen auf bayerischem Boden zu decken.“ Wir hoffen, dass sich dem jede einzelne Gemeinde auch im Landkreis Ebersberg aktiv und schnellst möglichst anschließt!
Das EBA will eine regionale und insbesondere kommunale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien und der Möglichkeit der (auch individuell finanziellen) Bürgerbeteiligung in Bürgerkraftwerken. Die Gemeinderäte aus Anzing, Vaterstetten und Zorneding haben es nun in der Hand, ob die Planungen (Windmessungen) des Windparks fortgesetzt werden können.
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